WIR GEDENKEN AN ALLEN MENSCHEN
DIE AN HIV/AIDS VERSTORBEN SIND



 

 

Welt-AIDS-Tag 2016

Kampagne positivzusammenleben zeigt wieder Gesicht

„Mit HIV kann man heute leben. Mit Diskriminierung nicht.“

Bundesgesundheitsminister Gröhe und HIV-positive Aktivist_innen geben Startschuss für Kampagne in Berlin.

Ziel: Akzeptanz und Respekt gegenüber Menschen mit HIV

Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit,

der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA),

der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) und der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS)

Berlin/Köln/Bonn, 2. November 2016.

Mit HIV kann man heute leben. Mit Diskriminierung nicht.“

Das ist die zentrale Botschaft der Welt-AIDS-Tag-Kampagne positivzusammenleben,

die heute vor dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) in Berlin vorgestellt wurde.

Die Plakate, die anlässlich des Welt-AIDS-Tags am 1. Dezember 2016 überall in Deutschland zu sehen sind, z

eigen HIV-positive Menschen mit ihren Forderungen nach Respekt und Akzeptanz.

Die Botschaft von Björn aus Frankfurt lautet:

„Gegen HIV hab ich Medikamente.

Gegen dumme Sprüche nicht.“

Alexandra aus Aachen sagt: „Mit HIV komm ich klar. Mit Ablehnung nicht“.

Wolfgang (Name geändert) erklärt: „Mit HIV kann ich leben. Mit dem ewigen Verstecken nicht.“

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erklärt zum Auftakt der diesjährigen Welt-AIDS-Tags-Kampagne: 

„Mit erfolgreicher Präventionsarbeit und hochwertiger Behandlung haben wir es erreicht,

dass Deutschland zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa gehört.

Wir dürfen jedoch nicht nachlassen, die Krankheit weiter zu bekämpfen und über Risiken aufzuklären. Zugleich ist es wichtig,

dass wir alle gemeinsam entschlossen gegen Ausgrenzung und Ablehnung von HIV-infizierten Menschen vorgehen.

Denn es ist höchste Zeit, dass Vorurteile im Umgang mit HIV-positiven Menschen der Vergangenheit angehören.

Mit unserer diesjährige Kampagne positivzusammenleben setzen wir ein deutliches Zeichen für ein gutes Miteinander.“

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betont:

„In Deutschland leben etwa 85.000 Menschen mit HIV.

Bei vielen Bürgerinnen und Bürgern löst HIV noch heute Verunsicherung,

Angst und Vorurteile aus, da sie noch zu wenig über die Krankheit wissen.

Seit 1996 stehen hoch wirksame Medikamente zur Therapie zur Verfügung, die seitdem stetig verbessert wurden.

Zur vollen AIDS- Erkrankung  kommt es nicht mehr, wenn eine HIV-Infektion rechtzeitig behandelt und diagnostiziert wird.

Sie ist dann eine chronische Krankheit. Mit unserer Kampagne positivzusammenleben wollen wir einen Einblick in das Leben mit HIV geben und Mut machen.

Den Mut, aufeinander zuzugehen, über Ängste zu sprechen und dazuzulernen.

Damit sich niemand mehr verstecken muss und wir positiv zusammen leben können.“

Ulf Hentschke-Kristal, Vorstandsmitglied Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) sagt:

„Ein langes und erfülltes Leben mit HIV ist heute möglich.

Diskriminierung und die Angst davor sind jedoch für viele Menschen mit HIV eine Belastung.

Ablehnung kann zum Rückzug aus sozialen Beziehungen und zu psychischen Erkrankungen führen.

Angst vor Ablehnung hält außerdem Menschen davon ab, sich auf HIV testen zu lassen

viele können dementsprechend nicht rechtzeitig mit einer Therapie beginnen und entwickeln schwere Erkrankungen bis hin zu Aids.

Sie können HIV dann auch leicht unwissentlich weitergeben, während eine HIV-Therapie die Übertragung des Virus verhindert.

Der Grund von Diskriminierung liegt meist in irrationalen Ängsten.

Unsere Kampagne soll zeigen: Ängste vor Menschen mit HIV sind unbegründet, positiv zusammen leben ist leichter als gedacht.“

Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS) erklärt:

„Aus Angst vor Diskriminierung und Ausgrenzung verschweigen viele HIV-Positive ihre Infektion am Arbeitsplatz.

Sie befürchten Abneigung von Arbeitskollegen und Arbeitskolleginnen und im schlimmsten Fall den Verlust des Jobs.

Dieser kann ihre Existenz bedrohen und schnell zu materieller Not führen.

Zwar arbeiten heute die meisten Menschen mit HIV, doch gibt es auch diejenigen,

die aufgrund von Begleit- und Folgeerkrankungen gesundheitlich nicht in der Lage dazu sind.

Denn die Therapien wirken nicht bei allen Menschen mit HIV/AIDS gleich gut.

Diese Menschen sind dann häufig auf die finanzielle Unterstützung der Deutschen AIDS-Stiftung angewiesen."

Die Plakatmotive werden durch Onlineangebote und Aktionsmaterialien flankiert.

Die Kampagne der BZgA und des BMG wird gemeinsam mit der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) und der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS) umgesetzt.

Sie wird unterstützt vom Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. und dem Fachverband Außenwerbung e.V.

Pressematerialien:
Die Kampagne im Netz:
Auf der Website www.welt-aids-tag.de gibt es neben vielen Informationen auch Aktionsmaterialien wie Flyer,
Plakate, Anzeigen und Webbanner, die man kostenlos für eigene Aktionen bestellen und downloaden kann.
In mehreren Onlineclips kommen Menschen mit HIV zu Wort. Auf Facebook und bei Twitter
werden weitere interessante Inhalte rund um die Themen der Motive angeboten.
 
 
 
 

Positiv leben

HIV-Therapie:

In drei Monaten unter der Nachweisgrenze

Moderne Medikamente ermöglichen Menschen mit HIV heute ein weitestgehend gesundes Leben.

Größtes Problem sind die Nebenwirkungen.

Über die Präventionsmethode "Safer Sex durch Therapie" wird seit einiger Zeit viel diskutiert:

HIV-Positive, die regelmäßig ihre Medikamente nehmen und das Virus damit unter die Nachweisgrenze drücken,

sind nach übereinstimmenden wissenschaftlichen Studien nicht mehr infektiös.

Sie können auf Kondome (die allerdings auch vor anderen sexuellen Infektionen schützen) verzichten.

Doch wie funktioniert die HIV-Therapie in der Praxis?

Wie zuverlässig ist sie, und mit welchen Problemen und Nebenwirkungen haben Infizierte zu kämpfen?

Wir geben einen kleinen Überblick.

HIV ist zu einer chronischen Infektion geworden

Fakt ist: Moderne Medikamente ermöglichen Menschen mit einer HIV-Infektion heute ein weitestgehend gesundes Leben.

Ihre Lebenserwartung reicht aufgrund der Therapiemöglichkeiten bei langfristig gut verlaufender Behandlung fast an die der Allgemeinbevölkerung heran.

In weniger als 30 Jahren ist die HIV-Infektion damit von einer lebensbedrohlichen zu einer immer noch gefährlichen, aber –

wenn effektiv therapiert – chronischen Infektion geworden.

Einer der wichtigsten Faktoren für den Therapieerfolg ist die sogenannte Virussuppression – Ziel ist es, die Anzahl der Viren dauerhaft so niedrig zu halten, dass sie mit heutigen Methoden nicht mehr nachgewiesen werden kann. Das geht mit den modernen Medikamenten erstaunlich schnell: Bereits nach vier Wochen sollte die Viruslast auf ein Bruchteil absinken. In der Regel nach drei bis vier, spätestens nach sechs Monaten lässt sich HIV dann nicht mehr nachweisen.

Es ist dabei wichtig, nicht zu spät mit der Therapie zu beginnen. Der richtige Zeitpunkt kann aber individuell verschieden sein. Ärzte, die sich auf die Behandlung von HIV spezialisiert haben, sind die besten Ansprechpartner, um die Frage des Therapiestarts zu klären.

Zum Einsatz kommt ein Medikamenten-Mix: Einige Wirkstoffe verhindern, dass das HI-Virus in die Zellen eindringt, andere sorgen dafür, dass es dort nicht die Oberhand gewinnt, und wieder andere stoppen die Produktion neuer Viren. Die Medikamente bekämpfen HIV sozusagen mit vereinten Kräften. Dieses Vorgehen nennt man Kombinationstherapie.

Eine Pille am Tag – aber zu einer festen Uhrzeit

Während früher oft viele Tabletten zu verschiedenen, festgelegten Zeitpunkten über den Tag verteilt eingenommen werden mussten, gibt es heute HIV-Therapien, bei der nur eine Pille täglich geschluckt werden muss – allerdings zu einer festen Uhrzeit. Vergessene oder verspätete Einnahmen können sich negativ auf den Erfolg auswirken.

Zudem muss sich der Körper erst an die Therapie gewöhnen. In den ersten Tagen oder Wochen kann es deshalb zu Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder intensiven Träumen kommen, manche haben in dieser Zeit auch keine Lust auf Sex. Diese Probleme sind jedoch in der Regel vorübergehend.

Gravierender sind die Langzeitfolgen. So sind Menschen mit einer HIV-Infektion häufiger bzw. früher von gesundheitlichen Einschränkungen betroffen als Nicht-Infizierte. So haben sie sowohl durch die Infektion selbst als auch durch die HIV-Therapie ein beispielsweise höheres Risiko für Nierenerkrankungen, Knochenbrüche, Herzinfarkte oder Diabetes als gleichaltrige Nicht-Infizierte. Mit Sport und einer gesunden Ernährung kann man den Risiken entgegenwirken. Es ist zudem wichtig, seinen Körper genau zu beobachten und Veränderungen mit dem Arzt zu besprechen.

Auch Gedächtnisstörungen bis zur Demenz kommen bei HIV-Infizierten ebenso wie Depressionen und Schlafstörungen häufiger vor als bei Nicht-Infizierten. Auch einige antiretrovirale Wirkstoffe selbst können zu Schlafstörungen und Gemütsschwankungen bis hin zu Depressionen führen.

Um die langfristige Gesundheit von HIV-Infizierten zu verbessern, ist es daher wichtig, von Anfang an eine Therapie zu wählen, die das persönliche Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen auf lange Sicht minimiert.

 

AIDS

Flüchtlingszustrom wirkt sich auf HIV-Neudiagnosen aus

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ist in Deutschland gestiegen. Dafür gibt es mehrere Gründe - auch die steigenden Flüchtlingszahlen, wie ein Bericht des Robert Koch-Instituts zeigt.

BERLIN. Die steigende Zahl von Flüchtlingen in Deutschland zeigt sich auch bei den HIV-Neudiagnosen. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervor.

Demnach wurden dem RKI 2014 bundesweit 3525 neue Diagnosen gemeldet - ein Anstieg um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

"Ein großer Teil von ihnen stammt aus Ländern, in denen HIV besonders häufig ist", teilte die Deutsche Aids-Hilfe mit. Die Übertragung habe meistens im Herkunftsland stattgefunden.

"Hier spiegeln sich steigende Flüchtlingszahlen in den HIV-Diagnosezahlen", erklärte die Organisation. Das erkläre auch den vergleichsweise starken Anstieg in der Gruppe der Heterosexuellen.

30 Prozent mehr Neudiagnosen

Die Zahl der Neudiagnosen war bei ihnen im vergangenen Jahr um rund 30 Prozent gestiegen.

Nach RKI-Angaben wuchs der relative Anteil der Neudiagnosen bei Menschen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara zudem von 10 auf 15 Prozent. Die Mehrheit der Infektionen, die sich Betroffene im Ausland zugezogen haben, ereignete sich demnach ebenfalls dort.

Der relative Anteil an HIV-Neudiagnosen bei Menschen deutscher Herkunft fiel demnach von 68 auf 64 Prozent. Im bundesweiten Vergleich wurde das Virus in Berlin im vergangenen Jahr am häufigsten neu diagnostiziert.

Dort kamen 12,9 Fälle auf 100 000 Einwohner - so viele wie in keinem anderen Bundesland. Am niedrigsten war der Wert in Thüringen (1,9). Bundesweit waren es im Schnitt 4,4.

Verbesserte Datenerhebung

Der Anstieg der gemeldeten Neudiagnosen ist laut RKI zum Teil auch auf Verbesserungen bei der Datenerhebung zurückzuführen.

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen darf den Experten zufolge nicht mit der Zahl der Neuinfektionen verwechselt werden.

Sie lässt keinen direkten Rückschluss auf das Infektionsgeschehen in Deutschland zu, sondern gibt nur an, wie viele Menschen erstmals HIV-positiv getestet wurden.

Die meisten von ihnen haben sich schon vor Jahren infiziert.

Die Zahl der Neuinfektionen kann laut RKI nur geschätzt werden. Die Schätzung für 2014 wird zum Welt-Aids-Tag (1. Dezember) veröffentlicht. (dpa)

 
 
Die Gefahr schlummert im eigenen Körper:
Etwa 80.000 Menschen leben laut Robert Koch-Institut in Deutschland mit dem Aids-Erreger HIV im Blut.
Rund 14.000 der Betroffenen wissen nicht, dass sie infiziert sind.
 

Berlin - Diagnose HIV-positiv: Das ist eine schreckliche Nachricht für die Betroffenen. Doch viele Menschen erfahren in Deutschland zunächst nicht, dass sie sich mit dem Virus angesteckt haben - die Zahl der unentdeckten Infektionen steigt an, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI). Nach Modellrechnungen des RKI haben Ende 2013 etwa 14.000 Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland gelebt, ohne es zu wissen. Das waren etwa tausend mehr als im Jahr zuvor.

Die Zahl der Tests und die Testbereitschaft seien zwar gestiegen, aber auch die Gesamtzahl der HIV-Infizierten habe seit Ende der Neunzigerjahre zugenommen. Somit steige auch die Zahl der mit HIV infizierten, aber nicht diagnostizierten Menschen, so die RKI-Experten.

Der aktuellen Modellrechnung zufolge, haben sich in Deutschland im vergangenen Jahr rund 3200 Menschen neu mit HIV infiziert - davon etwa 2700 Männer. Insgesamt lebten in Deutschland Ende 2013 geschätzt 80.000 Menschen mit HIV oder Aids - 65.000 davon sind Männer, rund 15.000 Frauen und etwa 200 Kinder unter 15 Jahren. Pro Jahr sterben etwa 550 Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion.

"Das Risiko beim Sex ohne Kondom ist gestiegen"

Nach Einschätzung der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) ist die konstante Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland ein Erfolg der Prävention. "Doch es könnte bei uns noch deutlich weniger Infektionen geben: Ein Rückgang ist machbar", sagte Manuel Izdebski vom DAH-Vorstand. Mit Blick auf die zunehmende Zahl von Betroffenen, die nichts von ihrer HIV-Infektion wissen, heißt es: "Das Risiko, beim Sex ohne Kondom auf einen Partner mit hoher Viruslast zu treffen und sich zu infizieren, ist darum in den vergangenen Jahren gestiegen."

Die Zahl der Neuinfektionen pro Jahr sei, abgesehen von leichten Schwankungen, seit 2006 aber konstant, nachdem sie von 2000 bis etwa 2005 deutlich gestiegen war, teilten die Experten mit.

Weltweit lebten 2012 laut einem Bericht von Unaids rund 35,3 Millionen Menschenmit HIV.

Wie die Experten des RKI betonten, reichen das vorhandene Testangebot, die teilweise frühzeitigeren HIV-Diagnosen und der umfangreiche Zugang zur medizinischen Versorgung bisher nicht aus, um die Zahl der Neuinfektionen nachhaltig zu senken. Aufklärung, Prävention und der Gebrauch von Kondomen seien weiterhin notwendig, um sowohl neue HIV-Infektionen als auch die Ausbreitung anderer sexuell übertragbarer Krankheiten zu verhindern.

Im Juni hatte das RKI bekannt gegeben, dass die Zahl der HIV-Diagnosen 2013 im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent angestiegen sei. Das aktuelle Infektionsgeschehen wurde dabei aber nicht zwingend gespiegelt - zwischen Infektion und Diagnose vergehen oft Jahre. Zudem ändert sich in den jährlichen Modellrechnungen auch die Datengrundlage, so dass die Zahlen nicht immer direkt vergleichbar sind.

 
 
"Sie haben HIV": Einst galt diese Diagnose als Todesurteil.
Doch dank moderner Medikamente ist ein Drittel der Betroffenen in Deutschland
mittlerweile älter als 50. Probleme bereitet ihnen vor allem die Gesellschaft.

Nach der Diagnose dachte Sabrina Beul, sie würde bald sterben. "Willkommen im Club" - so habe der Arzt ihr Anfang der Neunzigerjahre eröffnet, dass sie sich mit HIV infiziert hatte. Heute bezieht die 55-Jährige eine Betriebsrente und hat Wünsche für die Zukunft: "Mehr Akzeptanz und Aufklärung in der Gesellschaft", sagt sie 25 Jahre nach ihrer Diagnose. "Ich möchte, dass Menschen nach ihrem Charakter beurteilt werden und nicht nach ihrem Gesundheitszustand."

Beul gehört zu einer immer größer werdenden Bevölkerungsgruppe: Menschen mit HIV, die dank des erfolgreichen Einsatzes antiretroviraler Medikamente fast normal altern. In Deutschland leben laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts rund 78.000 HIV-Infizierte. Etwa ein Drittel von ihnen ist 50 Jahre alt und älter, schon in wenigen Jahren wird es knapp die Hälfte sein. Eine aktuelle Studie der Freien Universität Berlin und der Goethe-Universität Frankfurt soll zeigen, welche besonderen Bedürfnisse die Betroffenen haben.

Mit Experteninterviews und Fragebögen mit mehr als 1000 Teilnehmern wollen die Forscher Lücken im Versorgungssystem aufdecken. "Nicht nur aus medizinischer Sicht stehen wir vor großen Herausforderungen", schildert Phil Langer, Soziologieprofessor an der Goethe-Universität Frankfurt, erste Ergebnisse. "Besonders die Stigmatisierung ist ein allübergreifendes Problem, denn Menschen, die jahrelang diskriminiert wurden, leiden meist ihr Leben lang unter psychischen Folgen."

Bis heute stigmatisiert - nur subtiler

Auch Sabrina Beul hat durch das Stigma einen Teil ihrer Seele verloren, sagt sie. "Ich habe mich furchtbar gefühlt, denn ich hatte etwas Schlechtes getan: Ich hatte Sex." Vor allem diejenigen, die sich durch Geschlechtsverkehr angesteckt hätten, seien stigmatisiert worden. Einen Totenkopf hatten ihr die Nachbarn an die Tür gemalt. "Meine Mutter hat die Tasse, aus der ich gerade getrunken hatte, in den Müll geworfen, als ich ihr von meiner Diagnose erzählt habe", erzählt sie. Damals sei Aids die "Schwulen-Seuche" gewesen, "Afrika-Krankheit" nannten sie es. Das Stigma, so Beul, gebe es bis heute. Nur subtiler. "Wenn man in einem Restaurant einen Tisch reservieren will und dazu sagt, dass der für eine Gruppe HIV-Kranker ist, ist garantiert auf einmal alles ausgebucht", sagt sie.

Daneben wirken die medizinischen Bedürfnisse alternder HIV-Infizierter deutlich greifbarer. "Neben klassischen Aids-Erkrankungen haben wir es nun auch mit altersbedingten Erkrankungen zu tun", sagt Jan van Lunzen, ärztlicher Leiter der Infektiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Der Spezialist forscht seit 1990 an HIV-Medikamenten und möglichen Heilungsszenarien, seit einigen Jahren beschäftigt er sich vermehrt mit Alterungsprozessen.

"Unbehandelt macht HIV das Immunsystem alt", sagt van Lunzen. Grund dafür sei, dass der Erreger das Immunsystem dauerhaft aktiviere. "Das ist vergleichbar mit einem Marathonläufer, der die ganze Zeit versucht, im Sprint zu laufen - dann erschöpft er natürlich recht schnell", erklärt der Mediziner. Durch die Einnahme antiretroviraler Medikamente werde das Immunsystem deutlich weniger aktiviert. "Wenn man die Medikamente regelmäßig einnimmt, kann man auch als HIV-Patient heute ein relativ normales Lebensalter erreichen", sagt van Lunzen.

Frühe Medikamente: "Ich habe mich gefühlt wie ein Zombie"

Das bedeutet allerdings auch, dass die Patienten jahrzehntelang Pillen schlucken müssen, jeden einzelnen Tag. "Die Langzeitnebenwirkungen können wir im Moment noch nicht abschätzen", erklärt van Lunzen. "Aber die Medikamente sind heute viel verträglicher als noch vor zehn Jahren." Außerdem seien die positiven Effekte der Therapie um ein Vielfaches höher als mögliche Nebenwirkungen.

Sabrina Beul begann ihre antiretrovirale Therapie vor etwa zehn Jahren. Die erste Pillen-Kombination vertrug sie gar nicht. "Ich habe mich gefühlt wie ein Zombie", erzählt die 55-Jährige. "Ich habe die Pillen genommen und war weg." Beul wollte die Therapie schon abbrechen, doch dann kamen neue Wirkstoffe auf den Markt. Die jetzigen Medikamente verträgt sie gut. Ihre Viruslast, die Menge der Viren in ihrem Blut, liegt inzwischen unter der Nachweisgrenze. "Früher habe ich mit keinem über HIV gesprochen und alles in mich hineingefressen", sagt sie. Irgendwann habe sie das nicht mehr ertragen und beschlossen, ihre Krankheit öffentlich zu machen. "Ich musste mir mein Selbstbewusstsein sehr hart erkämpfen", sagt die 55-Jährige. Sogar von Behörden und Ärzten sei sie diskriminiert worden.

"Das ist teilweise noch heute der Fall", fand auch Soziologe Langer in der Studie heraus, deren Gesamtergebnis Ende des Jahres vorliegen soll. "Es ist wichtig, dass die Gesellschaft noch mehr für das Thema sensibilisiert wird und die Mitarbeiter in den entsprechenden Einrichtungen geschult werden." Denn die Diagnose "HIV positiv" sei längst kein Todesurteil mehr, und die Patienten hätten ein Recht auf angemessene Versorgung. Auch im Alter.

 
 
"Keiner wollte etwas mit mir zu tun haben":
Im Dorf von Susanne Voges wissen die Menschen auch heute wenig über Aids
trotz vieler Aufklärungskampagnen.
Geholfen hat der HIV-positiven Mutter erst ein Interview.
 

Wolfenbüttel - Gerade zehn Monate lebt Susanne Voges mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf bei Wolfenbüttel, da kommt 2008 nach einer harmlosen Leistenoperation die erschütternde Diagnose: HIV-positiv. Ihre Kinder sind drei, fünf und sieben Jahre alt damals, ein halbes Jahr zuvor ist ihre Ehe zerbrochen. Was Susanne Voges dann erlebt, zeigt, wie wenig auch heute noch viele Menschen in Deutschland über HIV und Aids wissen - und wie daraus alltägliche Diskriminierung wird.

 

 
Die Nachricht von der HIV-Infektion verbreitete sich im Dorf. Ihr Ex-Mann habe es herumerzählt, sagt Voges. "Danach wollte eigentlich keiner mehr etwas mit mir zu tun haben." Noch heute ist der 34-Jährigen anzumerken, wie sich das wohl anfühlte damals - als zur Geburtstagsfeier der Kinder kein einziger Gast kam oder der Schuldirektor sie per Brief zum klärenden Gespräch zitierte. "Er wollte wissen, ob meine Kinder jetzt die anderen Schüler anstecken, zum Beispiel beim Niesen. Viele Eltern würden sich Sorgen machen", erzählt sie. Dabei war längst klar: Keines der Kinder ist infiziert. Voges hatte sich nach der Trennung von ihrem Mann bei einem One-Night-Stand angesteckt.

"Die Kinder haben am meisten gelitten", sagt Voges heute. Denn auch sie selbst war zunächst voller Panik, das Virus weiterzugeben. "Am Anfang habe ich mich nicht mehr getraut, sie zu streicheln, zu küssen oder mit ihnen zu kuscheln. Ich war fast soweit, dass ich sie weggeben wollte, um sie zu schützen." Doch Stück für Stück wird der jungen Frau klar, dass im Alltag keinerlei Ansteckungsgefahr besteht. "Ich konnte meinen Kindern damals nur nicht erklären, warum es manche Vorsichtsmaßnahmen gibt. Ich hab ihnen erzählt: Mama hat giftiges Blut." Heute, wo kuscheln und schmusen längst wieder an der Tagesordnung sind, kann sie darüber fast lächeln.

"Die Kinder hatten große Angst, mich zu verlieren."

Hinzu kommt: Schon vor ihrer HIV-Ansteckung war Voges an Krebs erkrankt, musste ins Krankenhaus. "Schon da hatten die Kinder große Angst, mich zu verlieren. Dann ging der Papa weg. Dann kam meine Infektion." Woher kam die Kraft, immer weiterzumachen? "Auch das waren die Kinder", sagt Voges. "Abends hab ich geheult, aber morgens musste ich weitermachen." Zwei alte Freunde sind ihr geblieben, auch die Beziehung zu ihrer Mutter ist enger geworden. Mit ihrer Unterstützung kämpft sie sich durch den Alltag. Und auch aus der ein oder anderen Depression, denn sie verträgt die HIV-Medikamente schlecht.

 

 
Schließlich geht sie in die Offensive. "Ich fing an, offen mit meiner Infektion umzugehen. An der Schule hatte ich einen Info-Elternabend vorgeschlagen - das hat der Direktor aber abgewiegelt. Also habe ich die Eltern persönlich aufgeklärt. Immer, wenn die Kinder sich doch mal verabreden konnten, bin ich mit hin und hab erzählt. Mit mulmigem Gefühl", erinnert sie sich. Die Situation bessert sich schlagartig, als Voges der örtlichen Zeitung ein Interview gibt - und darin offen von ihrer ausgegrenzten Situation erzählt.

Auch wenn es längst nicht alle Familien mit HIV so drastisch trifft, sind Voges' Erfahrungen kein Einzelfall. Im Sommer veröffentlichte die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) Daten zur Diskriminierung von Menschen mit HIV. Mehr als drei Viertel der 1148 Befragten gaben an, solche Erfahrungen im zurückliegenden Jahr gemacht zu haben - von Tratsch über Beleidigungen bis hin zu tätlichen Angriffen. 30 Prozent hatten sich von ihrer Familie zurückgezogen, aus Angst vor Zurückweisung. "Diskriminierung ist für Menschen mit HIV eher die Regel als die Ausnahme", sagt Kerstin Mörsch von der DAH. Eine HIV-Selbsthilfe-Konferenz in Kassel zeigte: Vor allem in ländlichen Gebieten besteht noch Aufklärungsbedarf.

Für Susanne Voges ist das Leben heute einfacher, obwohl die Kinder noch immer besondere Unterstützung brauchen und auch die Krebserkrankung zurückgekehrt ist. Ihr neuer Partner ist in allen Aufs und Abs bei ihr geblieben und die ehrenamtliche Arbeit in der HIV- und Aidsaufklärung gibt ihr Auftrieb. "Mein großer Sohn hat sogar schon gefragt, wann ich endlich in seiner Schule einen Vortrag halte", sagt Voges. Und vor Ort sei noch einiges zu tun. "Es gibt viele Leute mit HIV hier in der Gegend. Aber oft wissen es die Familien von ihnen gar nicht." Sie zögert kurz. "Hätte ich es damals für mich behalten können, hätte ich das wahrscheinlich auch gemacht."

 



 

HIV und AIDS sind immer noch unheilbar!!



Die AIDS-Erkrankung ist die Folge einer Infektion mit dem HI-Virus. Das Virus befällt vor allem die Zellen des menschlichen Immunsystems,
vermehrt sich in ihnen und zerstört sie.
Das geschwächte Immunsystem ist dann nicht mehr in der Lage, auf - für gesunde Menschen - meist harmlose Infektionen zu reagieren.
Dies führt schließlich zu immer schwerer verlaufenden opportunistischen Infektionen oder verschiedenen Krebserkrankungen mit tödlichem Ausgang.

Seit einigen Jahren stehen zahlreiche Medikamente zur Behandlung der HIV-Infektion zur Verfügung.
Dadurch ist die Lebenserwartung der betroffenen Menschen gestiegen,
dennoch verbleibt das HI-Virus lebenslang im Körper und ist nach wie vor nicht vollständig aus dem Körper zu entfernen.

 

Solange keine Behandlung erfolgt, wird das HI-Virus auch ohne Krankheitssymptome weitergegeben!



Gelegentlich treten etwa zwei bis sechs Wochen nach der Ansteckung unspezifische Symptome (Fieber, Kopfschmerzen, Hautausschläge, Lymphknotenschwellungen) auf.
Die meisten Menschen mit HIV bleiben danach auch ohne Behandlung über Jahre beschwerdefrei und fühlen sich völlig gesund.
Die Infektion ist ihnen nicht anzusehen. Sie sind aber bereits kurz nach der Ansteckung infektiös.

Im späteren Verlauf gibt es einige Krankheiten, die an ein geschwächtes Immunsystem denken lassen
(u. a. schwere Herpesinfektionen, Tuberkulose, starke Gewichtsabnahme, Durchfälle). Es ist aber durchaus möglich,
dass selbst eine weit fortgeschrittene Immunschwäche lange Zeit völlig symptomlos bleibt.

Wenn HIV mit antiretroviralen Medikamenten behandelt wird, kann die HIV-Konzentration (Viruslast) im Körper bis unter die Nachweisgrenze sinken.
Dies hängt mit der Therapietreue des Patienten zusammen:
Eine konsequente Medikamenteneinnahme reduziert die Viruslast im Körper und damit das Ansteckungsrisiko.

 

Übertragungswege



Das Virus findet sich in Blut, Samenflüssigkeit, Scheidensekret, Wundsekret, Eiter und in der Darmschleimhaut.

Ein Eindringen des Virus in den Körper ist möglich über winzige Verletzungen, besonders der empfindlichen Darmschleimhaut,
der Schleimhaut am Muttermund, der Scheidenhaut und der männlichen Vorhaut.

Das höchste Risiko besteht bei ungeschütztem Anal- und Vaginalverkehr.
Der aufnehmende Partner / die aufnehmende Partnerin hat grundsätzlich ein höheres Risiko.

Ungeschützter Oralverkehr ist risikoreich bei Samenerguss im Mund, Verletzungen oder Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Rachens.
Ansteckungen sind außerdem möglich durch gemeinsamen Gebrauch von Spritzbestecken, unsachgemäßes Piercing und Tätowierungen.

 

Nicht ansteckend sind....


Nicht ansteckend sind Küsse, Zungenküsse, Körperkontakte, Hautkontakte, gemeinsames Essen,
die gemeinsame Nutzung von Geschirr, Kleidung und Wäsche oder die gemeinsame Nutzung von Schwimmbad,
Sauna, Toiletten und Waschraum. Bei der Einhaltung üblicher Hygieneregeln gibt es auch kein Risiko bei Maniküre,
Piercing, Tätowieren und Ohrlochstechen. Alle stechenden oder schneidenden Gegenstände, die mit Blut in Kontakt kommen können,
sollten immer nur einmal benutzt oder wirksam desinfiziert werden.

 

Kondome schützen!


Beim Sex schützen Kondome vor Ansteckung. Es sollten nur Qualitäts-Kondome verwendet werden,
deren Verfallsdatum noch nicht abgelaufen ist. Bei Latex-Kondomen nur fettfreie Gleitmittel einsetzen.
In vielen Ländern wird ebenfalls zur Enthaltsamkeit als Schutz vor HIV aufgerufen.

 

Die HIV-Therapie kann Nebenwirkungen haben


Seit den 1990er Jahren gibt es Medikamente und Therapien, die die Vermehrung des HI-Virus im Körper stoppen und die Zahl der Viren reduzieren
Bisher ist es nicht möglich, das HI-Virus komplett aus dem Körper zu eliminieren. Die existierenden Medikamente erfordern eine lebenslange Therapie.
Ungeachtet dieses Erfolgs gibt es grundsätzliche medizinische, psychologische und ethische Probleme bei der Behandlung von HIV/AIDS:

 

Die Dauer des Therapieerfolgs ist unklar.


Die neuen Therapien verlängern zwar das Leben, doch wirken sie nicht bei allen betroffenen Menschen.
AIDS bleibt auch weiterhin eine unheilbare Krankheit.
Es gibt noch immer kein Medikament, das das HI-Virus vollständig und dauerhaft aus dem Körper der Patienten eliminieren kann.
Unverträglichkeiten und Resistenzbildungen können zum Abbruch bzw. zur Wirkungslosigkeit der Therapie führen.

 

Wie kann ich testen, ob ich infiziert bin?


Der HIV-Antikörper-Test ist ein sehr empfindlicher Suchtest auf Antikörper gegen das HI-Virus.
Diese Antikörper werden nach einer Ansteckung vom Immunsystem produziert und zeigen so eine stattgefundene Infektion an.
Sie lassen sich lebenslang im Blut nachweisen.
Wer sich zu einem Test entschließt, sollte beachten, dass es bis zu drei Monate nach der Ansteckung dauern kann,
bis diese Immunreaktion erfolgt ist. Somit kann der Test erst nach Ablauf von 3 Monaten nach einem Ansteckungsrisiko
eine verlässliche Aussage liefern, ob eine Ansteckung erfolgt ist oder nicht.
Wenn keine Antikörper nachgewiesen werden, ist das Testergebnis „negativ“, d. h. es ist keine Ansteckung erfolgt
(vorausgesetzt, der Zeitraum von 3 Monaten nach einem Ansteckungsrisiko wurde eingehalten).

 

Wo kann ich mich testen lassen?


In den meisten Gesundheitsämtern kann man den Test nach vorheriger Beratung anonym, vertraulich und kostenlos durchführen lassen.
Zwischen Blutentnahme und Ergebnismitteilung liegt ein Zeitraum von 8 bis 10 Tagen.
Das Testergebnis wird nur persönlich mitgeteilt und es werden keine Bescheinigungen darüber ausgestellt.
Beim niedergelassenen Arzt/Ärztin kann der Test entweder unter Angabe der persönlichen Daten oder unter Pseudonym
(d. h. die Blutproben werden unter einem anderen Namen ins Labor geschickt) durchgeführt werden.
Bei einem offiziellen Test ist das Ergebnis offengelegt und zwar sowohl für Krankenkassen als auch für eventuelle Rückfragen
wie z. B. von Versicherungen. Der Test unter Pseudonym ist selbst zu bezahlen.
In privaten Laboren ist der Test selber zu zahlen und unter Umständen auch anonym möglich. Hier wird keine Beratung angeboten.


 

Weitere Organisationen, die über HIV & AIDS informieren, sind:



Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW »

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung »

Deutsche AIDS-Gesellschaft »

Deutsche AIDS-Hilfe e.V. »

Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V. »

European Centre for the Epidemiological Monitoring of AIDS »

hiv-facts.net »

Kompetenznetz HIV/AIDS »

MED-Info, Medizinische Info zu HIV und AIDS (Aidshilfe Köln e.V.) »

Netzwerk Plus »

POSITHIVHANDELN »

Red Ribbon Deutschland »

Robert Koch-Institut »

UNAIDS »

Welt-Aids-Tag-Kampagne »

WHO »

 



 

Stiftung für HIV-infizierte Bluter vor dem Ende


26.04.2014
In den 1980er Jahren infizierten sich viele Bluter in Deutschland über verunreinigtes Plasma mit HIV.
Die Hilfe für Betroffene kam erst spät und schon bald soll sie vor dem Aus stehen.
Denn der Stiftung für die HIV-infizierten Bluter droht bis 2017 das Geld auszugehen.
Experten hatten nicht damit gerechnet, dass die Opfer so lange leben würden.
 

Finanzielle Mittel reichen nur noch bis 2017


Rund 30 Jahre nach dem sogenannten Bluter-Skandal drohen die finanziellen Hilfen für Hämophilie-Patienten mit einer HIV-Infektion auszulaufen.
Wie der Vorsitzende des Rates der „Stiftung Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen“,
Horst Schmidbauer, der Nachrichtenagentur dpa in Berlin sagte, reichten die Mittel nur noch bis 2017.
Daher seien eine Aufstockung der Mittel sowie ein neues Gesetz nötig. Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas meinte gegenüber dpa:
„Die Menschen brauchen ein Signal, dass sie auch nach 2017 weiter Hilfe bekommen.“
Die SPD-Politikerin ist ebenfalls Mitglied im Rat der Bundesstiftung.
 

Trotz bekannter Aids-Gefahr wurden Mittel nicht vom Markt genommen


Die Stiftung unterstützt Hämophilie-Patienten, die in den 1980er Jahren mit dem HI-Virus infiziert wurden sowie deren Angehörige finanziell.
Damals hatten sich über 1.500 Hämophilie-Patienten, so der Fachausdruck für die Bluterkrankheit, über verunreinigtes Plasma mit HIV angesteckt.
Für Bluter war die Lebenserwartung bis Anfang der 1970er Jahre niedrig.
Doch als dann Faktor-VIII-Präparate auf den Markt kamen, ermöglichten diese es vielen Erkrankten, ein weitgehend normales Leben zu führen,
da das Mittel das Blut wieder gerinnen ließ. In den 1980er Jahren, als sich die Immunschwächekrankheit Aids immer stärker ausbreitete,
waren viele der Blutkonserven, die aus menschlichem Blut gewonnen werden, mit dem HI-Virus oder auch mit gefährlichen Hepatitis-C-Viren verseucht.
Pharmaindustrie und Gesundheitsbehörde verzichteten damals darauf, das Mittel vom Markt zu nehmen, obwohl die Aids-Gefahr bekannt war.
 

Rund zwei Drittel der Betroffenen sind bereits gestorben


Wie der Vorsitzende der Deutschen Hämophiliegesellschaft, Werner Kalnins, der dpa sagte, seien bereits mehr als 1.000 Betroffene gestorben.
Derzeit erhielten noch rund 400 Hämophilie-Patienten mit einer HIV-Infektion oder Aids-Erkrankung sowie 200 Angehörige
Zuwendungen in Höhe von 511 bis 1534 Euro im Monat. „Für die Conterganstiftung hat der Bund nach langen Verhandlungen 120 Millionen Euro zur Verfügung gestellt“,so Bas.
„Wir müssen die Debatte nun ähnlich organisieren." Im Hintergrund würden bereits zahlreiche Gespräche laufen.
„Auch die Länder, die Pharmaindustrie und das Rote Kreuz müssen sich beteiligen.“
 

Knallharte Pharmaindustrie


Zu dem damaligen Bluter-Skandal hätten Faktoren wie der Blutplasma-Import, das Pooling der Faktoren und die Erstattungspraxis mancher Kostenträger mit beigetragen.
Die Aufklärung des Falles kam erst 1993 ins Rollen. Ein Untersuchungsausschuss stellte 1994 fest, dass die Verwendung der Blutprodukte „unvertretbar“ gewesen sei.
Der Skandal wurde mittlerweile auch verfilmt. Der Regisseur des deutschen Fernsehfilms „Blutgeld“, René Heisig, der selbst Arzt ist,
erklärte im vergangenen Jahr: „Die Pharmaindustrie hat darauf gesetzt, dass sich das Problem schnell von allein erledigt.“
Da sie starben, konnten die Betroffenen kaum auf einen positiven Ausgang eines langwierigen Prozesses hoffen. „
Außerdem waren sie in der Beweispflicht. Die Pharmaindustrie hat knallhart ausgenutzt, dass es fast unmöglich war,
ein exaktes Datum der Ansteckung geschweige denn einen Verursacher zu nennen“, so Heisig
 

Experten rechneten mit früherem Tod aller Betroffener


Der damalige Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) hatte 1994 in der Folge des Skandals das Bundesgesundheitsamt (BGA) aufgelöst
und ein Jahr später wurde die Bundesstiftung ins Leben gerufen. 100 Millionen D-Mark stellte der Bund zur Verfügung, 90,8 Millionen zahlten sechs Pharmafirmen,
9,2 Millionen die Blutspendedienste des Roten Kreuzes und 50 Millionen die Länder.
Experten hatten ursprünglich den Tod aller Betroffenen bis 1999 erwartet gehabt.
Das Bundesgesundheitsministerium musste die Mittel schließlich aufstocken.
 

Finanzielle Mittel bis 2070 nötig


Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) sind nun jedoch Mittel bis 2070 nötig, da es in der Aids-Therapie große Fortschritte gab
und weil auch die Kinder Betroffener bis zu ihrem 25. Lebensjahr Hilfe bekommen.
Laut Hochrechnungen würden noch rund 260 Millionen Euro benötigt, wie der ehemalige SPD-Abgeordnete Schmidbauer sagte.
Allerdings ist das Problem noch größer. „Auch für die Opfer, die an Hepatitis C erkrankt sind, sind Entschädigungen nötig“, so Kalnins.
Von den mit HCV infizierten Hämophilie-Patienten lebten noch etwa 3.000, rund 1.500 von ihnen seien gestorben.
Doch nur diejenigen, die auch mit HIV infiziert seien, bekämen Leistungen aus der Stiftung.
Schmidbauer zufolge wären etwa 80 Prozent der HCV-Infektionen bei Bluterkrankten vermeidbar gewesen,
wenn bei der Verwendung von Blutprodukten Richtlinien streng eingehalten worden wären.

 



 

Berliner Aids-Hilfe e.V. erklärt ihren Austritt aus dem Berliner CSD e.V.


Auf der regulären Vorstandssitzung am 08. April 2014 hat der Vorstand der Berliner Aids-Hilfe e.V. den Austritt aus dem Berliner CSD e.V. beschlossen.

In den letzten Wochen gab es in Berlin eine erregte Diskussion über die Zukunft des Christopher Street Days (CSD).
Auslöser war der Beschluss des CSD e.V. zur inhaltlichen Umwandlung der Organisation in eine ganzjährig tätige Menschenrechtsorganisation
unter dem Namen „Stonewall“ inklusive der Umbenennung der CSD-Demonstration in „Stonewall Parade“.
Die monatelange Erarbeitung dieser Strategie erfolgte ohne Beteiligung der LSBTIQ*-Community der Stadt
und ohne Abstimmung mit einem großen Teil der eigenen Mitgliedschaft des CSD e.V.

Gemeinsam mit anderen Communityvertreterinnen und -vertretern hat die Berliner Aids-Hilfe e.V. schon im Februar 2014
die Forderung nach Aussetzung des „Stonewall-Beschlusses“ für dieses Jahr initiiert. Die Berliner Aids-Hilfe fordert darin ab September 2014
eine ergebnisoffene und communityweite inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem Beschluss.
Die Umbenennung von CSD in Stonewall bringt aus Sicht der Berliner Aids-Hilfe keine politische Qualitätsverbesserung
durch die bisher vorgenommenen Sicherungen von Markenrechten und Werbeeinnahmen für den CSD e.V.

Die beabsichtigte und zu begrüßende Politisierung des CSD gelingt nur durch Mitnahme und Begeisterung der breiten Community in unserer Stadt.
Denn diese lebt mit ihrem Engagement und in und um einer Vielzahl von ehrenamtlichen und hauptamtlich arbeitenden Organisationen
und Interessenverbände bereits täglich den CSD-Gedanken. Dieses Potenzial hat der CSD e.V. ignoriert
und bei der Erarbeitung seiner Stonewall-Strategie nicht genutzt.

Die verantwortlichen MitarbeiterInnen des CSD e.V. sind bis heute der queeren Community,
seinen Mitgliedern und auch uns eine konkrete Antwort auf den Aussetzungsantrag schuldig geblieben.

Die Berliner Aids-Hilfe kann nicht Mitglied in einem Verein bleiben, dessen Vorstand und Geschäftsführung
bezirklichen Entscheidungsträger, queerpolitischen VertreterInnen von Fraktionen des Abgeordnetenhauses sowie
einem aktiven Kuratoriumsmitglied der Berliner Aids-Hilfe e.V. auf einer Pressekonferenz unbegründet und reißerisch
homophobe Absichten im Umgang mit dem CSD e.V. unterstellt und sie bildlich wie Verbrecher darstellt.

Die Berliner Aids-Hilfe e.V. wird sich als politische Selbsthilfeorganisation, wie schon in den letzten Jahren
kreativ, bunt, laut und mit politischen Aussagen und Forderungen an einem CSD 2014 beteiligen.

Im letzten Jahr hat sich der CSD e.V. von der queeren Basis entfernt
und mit dem aggressiven Vorgehen viele MitstreiterInnen vor den Kopf gestoßen.

Die Legitimation dieser Politik des CSD e.V. können wir so nicht mehr mittragen und beenden hiermit unsere Mitgliedschaft im CSD e.V.

Ralph Ehrlich, Ines Lehmann und Heiko Großer

Vorstand
Berliner Aids-Hilfe e.V.

 



 

HIV-Vorwurf in Köln: 19-Jähriger bereut Anruf bei „Domian“


15.04.2014
Schwerer Vorwurf: Ein 19-Jähriger behauptete in einer Live-Talkshow, ein Kölner Promi habe ihn mit HIV angesteckt.
Jetzt meldet sich der Mann wieder zu Wort: Der Anruf sei ein "schwerer Fehler" gewesen - die Anschuldigung erhält er aber aufrecht.
Der 19-Jährige, der in der WDR-Talkshow „Domian“ einen Kölner Promi beschuldigt hatte, ihn mit HIV angesteckt zu haben, bereut seinen Anruf.
Er habe mit dem Anruf bei der Live-Talkshow „einen großen Fehler gemacht“, sagte der Mann der „Bild“-Zeitung vom Dienstag.
„Ich hätte niemals bei Domian anrufen sollen, habe den Umfang der Sache völlig falsch eingeschätzt.“
Zum Beispiel habe seine Mutter erst durch die Talkshow von der Diagnose erfahren. Außerdem sei der Promi,
den er beschuldigt, auf ihn zugekommen. „Er hat gedroht, mich fertig zu machen, wenn ich seine Identität lüfte“, erzählt der junge Mann in der „Bild“.
Seinen Vorwurf, der Mann habe ihn mit HIV angesteckt, erhält er aber aufrecht – und er liefert neue Details zur Identität des Prominenten:
Er habe den ehemaligen TV-Moderator 2009 bei einer After Show-Party von ‚Germany‘s Next Topmodel‘ kennengelernt,
im letzten Sommer habe man sich in einer Schwulenbar wiedergesehen und später ungeschützten Sex gehabt.
Ein halbes Jahr später habe er die HIV-Diagnose bekommen. Sollten die Vorwürfe zutreffen, könnte der 19-Jährige den Mann wegen Körperverletzung anzeigen.
Dem „Bild“-Bericht zufolge hat er das bisher nicht getan.

 


 

Gespendet wurde für die Kinder-Weihnachtsfeier 2012 >>>> 1.100,00 Euro <<<<



 

Email von der Berliner-AIDS-Hilfe e.V


Liebe Freunde des Chaos Radio Berlin,
vielen Dank für die großartige Spende für die Kinderweihnachtsfeier 2012 der Berliner Aids-Hilfe e. V. Nun können wir den Kindern ein wunderbares Fest ausrichten.
Im Anhang finden Sie die Spendenbescheinigung, die aber auch per Post zu Ihnen geschickt wird.
Ich wünsche Ihnen ein gelungenes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.
I. A. Rainer Krokat
Berliner Aids-Hilfe e.V.
Kurfürstenstr. 130
D-10785 Berlin


 


 

Gespendet haben für die Kinder-Weihnachtsfeier 2012


 


 

 

Wir bedanken uns bei :


 

Hörerin aus Berlin *Name der Redaktion bekannt*
The World of Teens-x = *Toni`s Homepage* (1)
DJ Traudel *Sendestudio Brühl* (1)
DJ Sascha *Sendestudio Brühl* (1)
Klaus Dahlheimer. alias (Wasil)
Fam. Jutta und Manfred Menzel
Veronika Heissenhuber 2 Spenden
DJ Crash-Oma alias Babara H. Sendestudio Bielefeld
DJ Siggi Sendestudio Pankow
Familie Drobek-Thurau alias DJ Murmel u. DJ Mr.Jack Daniel
Inga K. Administration-Sendeleitung u. Redaktion 2 Spenden (1)
Kleine Rose alias Dominique
Yvonne Müller alias Yvi 1972
Frank Nagel (1)
Carmen Zurek alias Caju
Peter W. alias DJ Peter-Home Sendestudio Güstrow 2 Spenden
Yassin M. alias Taku
Bettina M. alias DJ Tina Sendestudio Berlin Reinickendorf
Familie Michael u Elisabeth Weigert
Klaus Dahlheimer. alias Wasil 6 Spende (1)
DJ Traudel 2. Spende für die ersteigerte CD
DJ DaDaSiegt Sendestudio Berlin-Alexanderplatz
DJ Garfield alias Jana aus dem Sendestudio Wismar 2 Anweisungen (1)
DJ Spike aus dem Sendestudio Wismar
Die Karaokebande u.Gerwin durch vermittlung von DJ Tina
DJ Spontanus Sendestudio Dresden
Kevin Opitz Berlin
Silvio Dorschel
DJ Joogi & DJ Schäfchen alias Rene Hauptsendestudio Niemegk (1)
Familie A u. D Napp (DJ Dori) Sendestudio Walbeck
Renate Reichert alias DJ Füxlein
Horst Koberg
Gabriele Kreidel aus Asslar(1)
Heidi Siebert Berlin
Firma AVR Service Webmaster und Homepage-Service Mike & Bernie
Firma Sven Weikam von Jingle-Service.de spendet den Jingle zum Spenden-Aufruf
Die Puhdys signierten das neue Album "Es war schön" und stellten es zur Versteigerung bereit.!
Bei Namen mit der Kennzeichnung (1) erfolgten zusätzliche Spenden für Musikwünsche !!!




 


 

 

Unsere Botschafter der Deutschen AIDS-Hilfe


 


DJ Joogi- Sendeinhaber


 


Ingamaus-Sendeleitung


 


DJ Dark-Sendeleitung


 


DJ Schäfchen-Sendeleitung


 

]


 


 



 

Information, Aufklärung und Beratung
zu HIV und Aids am Telefon
Täglich von 10 bis 24 Uhr
030-19411
Berliner Aids-Hilfe e.V


 




 

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